Dorfkirche Dobberzin

vorgestellt von Manuel Stübecke

Unsere Kirche in Dobberzin gehört zur Gemeinde St. Annen Crussow und damit zum Pfarrsprengel Angermünde. Erbaut wurde diese Kirche im 13. Jahrhundert aus Feldsteinen. Die Kirche besteht aus einem Rechtecksaal. An dessen Seiten sind hohe Rundbogenfenster eingelassen. Ein ungewöhnliches Element für vergleichbare Kirchen der Uckermark. An der Süd-West-Mauer der Kirche ist in der Ecke ein Stein eingelassen, der möglicherweise auf die Bauhütte hinweist, die damals die Kirche errichtet hat. Allerdings stellt dies nur eine mögliche Interpretation dar, denn ein Aspekt ist hieran auffällig: vergleichbare Schachbrett- und auch Rautensteine finden sich ausschließlich an den Ecken oder direkt am Eingang von Kirchengebäuden. Dies gilt nicht nur für Dobberzin, sondern ist in großer Verbreitung im märkischen Raum zu finden (u.a. verfügt auch die Schönermarker Kirche über einen Schachbrettstein) – ebenso diesseits und jenseits der Oder bis hinein in den skandinavischen Raum. Daher lässt sich nicht per se auf eine Baumeistergilde schließen. Denkbar ist, dass durch diese Ecksteine ein Bibelwort versinnbildlicht wurde:

„Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.“

(Ps 118,22; Mt 21,42)

Der Kanzelaltar der Kirche stammt aus dem Jahr 1699 (angefertigt von C. Schurig aus Angermünde) und ist mit aufwendigen Schnitzereien verziert; wohl das wertvollste Inventarstück der Kirche. Etwa zwei Jahrzehnte vor dem Aufbau des Altars kam es in der Kirche zu einem Brand. Steine weisen Abplatzungen und andere Brandspuren auf. Vermutlich stammen die Brandspuren aus dem Jahr 1678.

Wahrscheinlich fand der Wiederaufbau nach dem Brand ab dem Jahr 1680 statt. Weitere Renovierungen und Erneuerungen sind für das 19. Jahrhundert belegt. Der verbretterte Dachturm, in seiner heutigen Form, am Westende des Kirchenschiffs, stammt beispielsweise aus dem Jahr 1827. Ebenfalls ist am Westportal ein Rundfenster zu finden. Es wird davon ausgegangen, dass der verbretterte Turm einen Vorläufer hatte. Entsprechende Datierungen lassen auf die Jahre 1708 und 1709 als Errichtungszeitraum schließen, die Wetterfahne ist aus dem Jahr 1711.  Auffällig sind vor dem Kanzelaltar zwei Taufengel, die links angeordnet sind und aus dem frühen 18. Jahrhundert stammen. Ein Engel trägt zudem den Taufstein mit dem Spruchband „Soli deo gloria“ (Gott allein sei die Ehre). Ebenfalls gibt es Spuren einer Sakristei, die heute nicht mehr existiert. Darüber hinaus existiert eine Glocke (Durchmesser 83 cm) aus dem Jahr 1885, die in Stettin gegossen wurde. Die Anfertigung übernahmen die Glockenbauer Voß & Sohn. In der Nachwendezeit wurde die Kirche innen und außen saniert; eine Wiederinbetriebnahme erfolgte am 2. Dezember 2000.